Wie sage ich es meiner Kollegin…?

Der Beitragen zum Lernen: Feedback in der GFK 

Generelles zu Feedback

Neurowissenschaftliche Studien (z.B. nachzulesen bei Matthew D. Lieberman „Social“) haben herausgefunden, dass bei der Ankündigung „ich will dir Feedback geben“ im menschlichen Gehirn die gleichen Prozesse ablaufen, die auch ablaufen, wenn man in einer dunklen einsamen Straße nachts verfolgt wird. Dementsprechend schaltet das Gehirn in einen „Notfall-Angst-Modus“. Ein Mensch, dessen Gehirn im Angstmodus ist, hat einen sehr viel verminderten Zugriff auf das Großhirn, in welchem das logische Denken und sämtliche angelernten Prozesse und Verhaltensweisen liegen. Ein Mensch in Angst funktioniert überwiegend nur noch über das Klein- und Stammhirn und kennt im Wesentlichen diese 3 Reaktionen: Flucht, Angriff, Erstarren. Die meisten Menschen lassen dann also Feedbackgespräche über sich ergehen (Erstarrung) oder fallen in einen Verteidigungsmodus (Angriff). Insbesondere ist das Gehirn, wenn ein Mensch in Angst ist, nicht mehr in der Lage, aktiv zu lernen, denn dazu braucht es das Großhirn, wo Lernen bedeutet, dass neue Muster und Schablonen gebildet und Verbindungen zwischen Nervenzellen verstärkt werden.
Sei dir dieses Mechanismus bewusst, egal ob du in der Feedbackgeber oder –nehmerrolle bist.

Ein gewaltfreier Weg des Feedback

Die größte Bereitschaft, neues zu lernen hat das Gehirn dann, wenn der Mensch Freude und Leichtigkeit empfindet. Das ist z.B. dann der Fall, wenn er spielt oder wenn er erlebt, dass er für jemand anderen etwas Positives bewirkt hat. Letzteres erfahren Menschen z.B. dann, wenn sie hören, welche Bedürfnisse bei jemand anderem durch ihr Handeln erfüllt wurden.

Das bedeutet zum Einen: Ein Mensch lernt durch Wertschätzung und durch das zum Ausdruck bringen von angenehm erlebtem Feedback immer sehr viel mehr und leichter, als durch Aussprechen von unangenehm erlebtem Feedback. Das ist kein Plädoyer gegen unangenehmes Feedback, manche Dinge müssen ausgesprochen werden, damit es zu einer vertrauensvollen und stabilen Beziehung kommt. Wer jedoch wirklich zu nachhaltiger Veränderung beitragen möchte, geizt nicht mit Wertschätzung, Anerkennung und dem Ausdrücken von Dankbarkeit. Das kann man jedoch i.d.R. nicht faken, die meisten Menschen spüren, ob etwas ehrlich gemeint ist oder nicht.

Zum anderen bedeutet es auch: das Ausdrücken von erfüllten oder nicht erfüllten Bedürfnissen macht es dem Feedbacknehmer sehr viel leichter ein Feedback zu hören. Wird Feedback ausgedrückt, bei welchem Bedürfnisse nicht erfüllt werden, ist dem Feedbackempfänger sehr viel eher klar, dass er nicht für das Wohlergehen des Feedbackgebers verantwortlich ist. Denn der Grund der unangenehm erlebten Gefühle liegt nicht in der eigenen Handlung sondern in den unerfüllten Bedürfnissen.

Vielen Menschen ist auch nicht bewusst, dass sie steuern können, wie jemand ein Feedback aufnimmt. Wenn Dinge angesprochen werden müssen, die für den Empfänger unangenehm sind, kann die andere Person trotzdem wertgeschätzt werden. Empfehlenswert ist es, bewusst eine Haltung einzunehmen von „Wertschätzend zu dem Menschen und klar in der Handlung, die nicht gefallen hat.“ Hier unterstützt uns auch das Menschenbild der Gewaltfreien Kommunikation: das jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt das Bestmöglichste getan hat, was er in dem Augenblick zur Verfügung hatte.

Und ein weiterer grundsätzlicher Punkt: je besser die Beziehung zwischen Feedbackgeber und Feedback Empfänger ist, desto größer und bedeutungsvoller können auch die Dinge sein, die diese beiden Personen einander sagen. Beziehungspflege – und damit ist kein Nett-Sein sondern Ehrlich-Sein gemeint, ist wichtiger als alle inhaltlichen Wünsche und Bitten an die andere Person. Wenn die Verbindung voller Vertrauen und ehrlich ist, dann flutschen die Bitten und Wünschen meist von allein.

Rahmen für Feedback

Versuche für einen geschützten Rahmen zu halten: keine Störungen, angenehmes Raumklima, genug Ruhe und Zeit.

Bereite dich auf die Situation vor und gehe bewusst in die Situation hinein.

Nimm eine wertschätzende Haltung ein. Vor Dir sitzt ein Mensch, der genauso fehlbar ist wie alle anderen Menschen auch – inklusive dir selbst. Kein Mensch handelt aus einer bösen Absicht heraus. Sondern in dem Moment, als er das tat, was er tat und was dir womöglich nicht gefällt, hat er das Bestmögliche getan, was er in dem Augenblick zur Verfügung hatte. Jetzt kannst du zu seinem Lernen beitragen, wie die Dinge noch schöner sein könnten. Mache dir klar, dass du durch das Feedback, was du gibst, auch dazulernen kannst. Vielleicht erfährst du vom Feedbackempfänger auch Dinge, die du vorher nicht wusstest und die dein Feedback relativieren werden. Eine offene und selbstreflektierende Haltung ist also hilfreich.

Feedback wird eigentlich eingeholt, nicht einfach ausgeteilt. Manchmal gibt es aber Situationen, wo es sehr schwer anders geht (Seminarsituationen, Vorgesetzte, etc.)

Regeln für den Feedback Geber:

Selbstcheck: willst du wirklich zum Lernen des anderen beitragen oder glaubst du Recht zu haben und willst, dass die andere Person genau das tut, was du für richtig hältst?

Falls Du zum Lernen beitragen möchtest, dann mach weiter mit Schritt 2

Falls Du glaubst Recht zu haben, breche das Feedback sofort ab und erteile eine Anweisung. Nenne es nicht Feedback. Eine andere Möglichkeit, die Du in der Situation hast, ist, genau zu überprüfen, warum Du glaubst Recht zu haben. Ist das wirklich wahr, was Du denkst? Woher weißt du, dass es wahr ist? Kannst du das genau belegen?

Check des anderen: ist die andere Person gerade bereit mit Dir zu sprechen? Ist sie auch gerade bereit, von Dir Feedback zu bekommen?

Nenne eine konkrete Beobachtung.
Eine Beobachtung ist etwas, was Du gesehen / gehört / gespürt / gerochen oder geschmeckt hast; etwas, was du also über deine Sinnesorgane wahrgenommen hast. Sei so konkret wie möglich. Versuche Deine Beobachtung so wiederzugeben, wie ein Filmprojektor einen Film abspielt.
Beobachtungen von Bewertungen und eigenen Interpretationen zu trennen, ist eines der schwersten Dinge, die es gibt. Für ein Feedback, das die Chance haben soll überhaupt angenommen zu werden, ist es jedoch elementar. Spreche lieber von deinen Wahrnehmungen als davon, was jemand anderes getan hat. Sag besser „ich habe gehört, dass <Zitat>“ als „du hast gesagt“. Sonst wird die andere Person schnell sagen „nö, habe ich nicht gesagt“. Und du räumst der Situation noch die Chance ein, dass Du dich womöglich verhört haben könntest.

Beispiel für eine gute Beobachtung: “Ich habe gestern gesehen, wie du mit XY 2 Stunden vor dem Computer gesessen hast und ich habe gehört, wie ihr über die Aufgabe ABC gesprochen habt.“.

Beispiel für eine Bewertung: „Du hast mit XY gestern den ganzen Tag lang über die Aufgabe ABC gesprochen.“

Benenne, wie es Dir mit der Situation ging, die Du beobachtet hast. Welche Gefühle waren dabei lebendig? Unterscheide klar zwischen Gefühlen und Gedanken. Gefühle sind körperlich wahrnehmbar und losgelöst von einer anderen Person. Ein Gedanke ist etwas, von dem du glaubst, dass es jemand anderes getan hat.

Beispiel für Gefühle: ich war froh, erleichtert, besorgt, irritiert, ärgerlich, fassungslos, allein,…. . Listen mit Gefühlen findest Du z.B. hier: ListeGefuehleErfuellterBeduerfnisse ListeGefuehleUnerfuellterBeduerfnisse

Beispiel für Gedanken: reingelegt, erniedrigt, angegriffen, diskreditiert, beschuldigt, … Immer wenn Du sagen könntest „du hast mich <Ausdruck>, ist es meist ein Gedanke bzw. eine Bewertung und kein Gefühl. Eine Liste mit Gedanken, die keine Gefühle sind, findest Du hier: ListeGedankenKeineGefuehle

Welche Bedeutung hat es für Dich?

Wenn Du es dem Feedbacknehmer leichter machen möchtest Dein Feedback anzunehmen, dann sage jetzt, welche Bedeutung das, was die andere Person gesagt oder getan hat, für dich hatte. Ging es Dir vielleicht um Leichtigkeit, Unterstützung, Akzeptanz, gemeinschaftlicher Tearmarbeit, Spaß, Zuverlässigkeit, Rückkopplung, etc?
Du nennst jetzt also ein Bedürfnis. Welches Deiner Bedürfnisse war nicht erfüllt oder war erfüllt, als es dir ging, wie es dir ging, als du erlebtest, was du beobachtet hast? Denke daran: du fühlst, weil du etwas brauchst (weil deine Bedürfnisse erfüllt oder nicht erfüllt sind), du fühlst niemals, weil jemand anderes etwas tut oder nicht tut. Eine Liste mit menschlichen Bedürfnissen findest du hier: ListeBeduerfnisse

Gute Beispiele dafür:

Als ich Euch beide 2 Stunden gemeinsam vor dem Rechner sah und über die Aufgabe ABC sprechen hörte (Beobachtung), war ich froh und erleichtert(Gefühl), weil es mir wichtig ist, dass alle im Team einander unterstützen und die schwierigen Aufgaben gemeinsam lösen.
… war ich fassungslos (Gefühl), weil ich gern verstehen würde, was die Aufgabe so schwierig macht und ich enormen Druck spüre (Gefühl) dieses Projekt erfolgreich abzuschließen und besorgt bin, dass uns die Zeit davonläuft.

Schlechte Beispiele:

…war ich ärgerlich, weil ihr eure Arbeit allein und ohne Diskussionen einfach machen sollt.
… war ich froh, weil ihr endlich das macht, was man euch sagt.

Nenne, wenn Du Unangenehmes aussprichst, nun einen Wunsch, was du gern anders gehabt hättest.
Beispiel: Ich würde mir wünschen, dass die Aufgaben, die allein erledigt werden können, auch allein bearbeitet werden.
Wenn Du ein angenehmes Feedback gibst, dann lass den Wunsch weg. Sätze, wie z.B. „ich würde mir wünschen, dass du das in Zukunft weiter so machst“ nehmen sofort den positiven Touch und können schnell in dem Sinne „machst du noch nicht so oft, wurde auch mal langsam Zeit, endlich lernst du es“ aufgefasst werden.

Regeln für den Feedback-Nehmer

Selbstcheck: bist du gerade bereit, mit der anderen Person zu sprechen? Bist du gerade bereit, Feedback anzunehmen? Geht es dir körperlich / emotional / mental gerade so, dass du wirklich bereit bist zu lernen? Falls nicht, falls du dich gerade geärgert hast, nicht vertrauen kannst, im Stress bist oder was auch immer: dann vereinbare einen anderen Zeitpunkt. Sei ehrlich mit dir und mit dem anderen.

Rechtfertige dich niemals!

Versuche mit einer positiven Grundhaltung in das Feedback hineinzugehen. Es geht um Dein Lernen, es geht nicht um Richtig und Falsch. Es kann auch sein, dass es der anderen Person schwer fällt sich auszudrücken und die Dinge dann nicht so klingen, wie es dir gut täte.

Sei dir bewusst: der andere möchte zu deinem Lernen beitragen, er erteilt dir keine Anweisungen. Er teilt Dir gerade seine Sichtweise mit, die erstmal nur seine Sichtweise ist. Du bist verantwortlich für Dein Handeln und du allein bist frei zu entscheiden, ob du das Feedback annehmen möchtest oder nicht.

Du bist auch nicht dafür verantwortlich, dass es unbedingt du bist, der die (nicht erfüllten) Bedürfnisse des Feedbackgebers erfüllen muss. Du kannst natürlich den Wunsch haben, dass Du zum Wohlergehen des Feedbackgebers beitragen möchtest…

Höre aktiv zu. Gib in Deinen Worten wieder, was bei dir angekommen ist und frage die andere Person, ob sie es so gemeint hat, ob sie du sie also so verstanden hast, wie sie verstanden werden möchte.

Provoziere nicht. Vielleicht fällt es dem Feedbackgeber schwer, sich auszudrücken. Er möchte zu deinem Lernen beitragen, gib ihm also ein paar Chancen.

Stelle Verständnisfragen.

Mach keine vorschnellen Zusagen.

Reflektiere das Feedback für dich und nimm dir (nach dem Gespräch) ausreichend Zeit dazu: was davon kannst du annehmen? Was nicht? Du entscheidest!

Du kannst, wenn du möchtest, die andere Person fragen, ob sie hören möchte, wie es dir mit ihrem Feedback geht. Wer weiß, vielleicht möchte sie das und daraus entwickelt sich ein Gespräch, was eurer Beziehung gut tut.

Wenn Du später merkst, dass du ärgerlich wirst, wenn du nach dem Feedback daran zurückdenkst: wahrscheinlich gibt es einen Konflikt zwischen euch. Ihr habt noch mehr Chance voneinander zu lernen. Suche erneut das Gespräch oder hole dir Unterstützung.

Dieser Artikel erschien erstmals in der Empathischen Zeit, Ausgabe 04/2016.

Ein Trainerinnen Interview mit mir

Im Sommer 2015 habe ich mit meinen KollegInnen Regine Landwehr, Christoph Marks-Wilhelm und Karin Gehrt ein kleines Projekt gestartet, welches wir „GFK-Trainer Interviews“ genannt haben. Wir haben uns mit den Fragen beschäftigt, wie wir zur Gewaltfreien Kommunikation (GFK) gekommen sind, was uns in dem Zusammenhang wichtig ist, welche Stärken und Schwierigkeiten wir damit sehen und welches Potential wir erkennen.

Wir haben nicht nur darüber gesprochen und uns ausgetauscht. Wir haben uns dabei auch gefilmt. Und nun bin ich mutig gewesen, habe eine erste Version zusammen geschnitten und es online gestellt.

Und ja, der Schnitt ist nicht immer optimal… Ich freue mich dennoch über Rückmeldungen und Kommentare dazu.

Viel Spaß damit!

Kalenderblatt – Dankbarkeit

Für alle diejenigen, die beim Verschenkenprojekt 2.0 mitgemacht haben und auf diese Weise den Bedürfniskalender erhalten haben, wird im Jahre 2016 jeweils am 1. des Monats die Anregung um sich mit dem jeweiligen Bedürfnis zu beschäftigen, veröffentlicht. Du kannst den Artikel für den jeweiligen Monat entweder über den angegebenen Link auf dem Kalender auswählen oder auch über den Blog.

Dezember – Dankbarkeit

12-dankbarkeitDiese kleine Übung zum Thema Dankbarkeit kannst du auch gut zwischendurch praktizieren. Ich tue das regelmäßig und merke, dass ich dadurch meine Bewusstheit für meine Bedürfnisse und für mich selbst stärke. Außerdem sind Dankbarkeitsübungen ein schönes Mittel, um Wertschätzung und Selbstliebe zu üben und zu praktizieren.

Die Übung geht so:

Nehme dir ein kleines Notizbuch für diesen Monat. Du brauchst in etwas jeden Abend ca. 5-10 Minuten Zeit, um diese Übung zu machen. Schreibe dir am Abend eines jeden Tages 1-3 Dinge auf, die diesen Tag über passiert sind, für die du wirklich dankbar bist. Vielleicht ist es etwas, was du selbst getan hast, vielleicht ist es etwas, was jemand anderes getan hat. Schreibe nicht nur auf, was passiert ist. Schreibe auch auf, welche Deiner Bedürfnisse durch das, was du oder jemand getan hast, erfüllt wurden. Forsche ein bisschen, versuche dir diese Bedürfnisse wirklich klar zu machen. Welche Bedürfnisse wurden durch das, was passierte, erfüllt? Nehme dir diese Bedürfnisse zu Herzen, versuche wirklich zu genießen und die Schönheit der erfüllten Bedürfnisse zu erkennen. Kannst du so etwas wie Dankbarkeit spüren?

Versuche am Ende des Monats zu reflektieren: was hast du erlebt bei den abendlichen Dankbarkeitsübungen? Fällt dir etwas an dir selbst auf? Kannst Du eine Veränderung wahrnehmen?

Ich wünsche Dir einen schönen Dezember!

Kalenderblatt – Gemeinschaft

Für alle diejenigen, die beim Verschenkenprojekt 2.0 mitgemacht haben und auf diese Weise den Bedürfniskalender erhalten haben, wird im Jahre 2016 jeweils am 1. des Monats die Anregung um sich mit dem jeweiligen Bedürfnis zu beschäftigen, veröffentlicht. Du kannst den Artikel für den jeweiligen Monat entweder über den angegebenen Link auf dem Kalender auswählen oder auch über den Blog.

November – Gemeinschaft

November: meist grau, kalt, ungemütlich. Höchste Zeit, ein bisschen näher zusammen zu rücken und Gemeinschaftserfahrungen zu sammeln.11-gemeinschaft

Wie erfüllst Du dir dein Bedürfnis nach Gemeinschaft am liebsten? Mach doch mal eine Liste an Strategien. Das kann von „A wie Adventskekse backen“ bis „Z wie Zusammen Spieleabend gestalten“ alles enthalten, was dir so einfällt.

Überlege dann, mit wem du dir dein Bedürfnis nach Gemeinschaft am liebsten erfüllst. Was sind die Personen, mit denen du am liebsten etwas gemeinschaftlich tust? Sind es deine Kinder, Freunde, Familienangehörige, Nachbarn, Kollegen, Bekannte? Die kannst du auch alle mal aufschreiben.

Jetzt mach doch mal etwas ganz neues und etwas völlig experimentell-verwegenes: von welchen Personen außerhalb deines Gemeinschaft-genießen-Lieblings-Kreises, also Personen von denen du vielleicht weißt aber mit denen du nichts gemeinsam machst, könntest du dir vorstellen, dass deren Bedürfnis nach Gemeinschaft nicht erfüllt ist? Wer könnte das sein?

Jetzt kannst Du noch überlegen, was für dich und für diese Person etwas niedrigschwelliges sein könnte, was du mit ihnen gemeinschaftlich machen könntest? Mit niedrigschwellig meine ich etwas, was dir leicht fällt anzubieten und  was der anderen Person / den anderen Personen ebenfalls leicht fallen könnte anzunehmen.

Jetzt brauchst du als letzten Schritt für diese Übung nur noch etwas Mut: Geh doch mal auf diese Person(en) zu, sprich sie an und unterbreite deinen Vorschlag. Du kannst ihnen von dieser Übung erzählen, davon, dass Du vielleicht Lust hast zu ihrem Wohl beizutragen, oder dass du etwas neues ausprobieren möchtest. Denke daran: es ist ein Experiment, es kann überhaupt gar nichts schief laufen, weil du auf jeden Fall Erfahrungen sammeln wirst, von denen Du lernen kannst.

Ich wünsche Dir einen spannenden, schönen November!

Frieden suchen. Und dann vom Frieden gefunden werden

Ein innerer Dialog.

img_4384Ein ganzes Heft zum Thema Frieden. Die Herausgeberin muss verrückt sein. Mutig. Ambitioniert. Engagiert. Sie muss ganz einfach irre sein. In der heutigen Zeit dieses Thema. Oh man. Oder gerade drum?

Noch verrückter bin ich. Die perfekte Kritikerin, diese gnadenlose innere Stimme, hat einiges zu melden. Und das klingt dann so: Was habe ich schon zu sagen. Der Welt – oder zumindest der geneigten Leserschaft – erklären, was Frieden ist? Hey, Christel – geht es nicht auch eine Nummer kleiner? Was glaubst du denn, wer du bist. Was weißt du schon. Du spinnst doch. Ausgerechnet du?

Du hast erst {neulich / letzte Woche / vor 3 Tagen / gestern / heute morgen / eben gerade / … } { über jemanden schlecht gedacht / von dir selbst schlecht gedacht / schlecht geredet / geschimpft / gewütet / klein beigegeben / deinem Ärger Luft gemacht / dich beschwert / jemandem die Meinung gesagt / mich zu etwas gezwungen / andere gezwungen / …}.

Ich kann da einsetzen, was ich will: nach friedvollem Sein klingt das nicht. Und diese Nummer mit dem Selbstvorwurf ist erst recht kein Frieden. Kein innerer und kein äußerer.

Puh. Christel. Du willst was zu Frieden schreiben? Hoffnungslos.

—- Schnitt, Nächster Anlauf, 2. Versuch. Dieses Mal in Versform. —-

Frieden ist…

… das wärmende Lächeln eines Menschen zu sehen
… Vogelgezwitscher
… das Rauschen eines Baches
… hemmungsloses ansteckendes Lachen und nicht mehr aufhören können damit
… von Schmetterlingen geküsst werden
… Kinderlachen hören
… das Summen der Bienen
… der Duft gemähten Grases
… das Rauschen der Bäume
… eine Umarmung
… dem Regen dankbar sein
… sich durch eine grüne Wiese rollen
… den Wolken zusehen
… Musik
… die haltende Hand
… die wärmende Sonne
… ein sanfter Kuss
… Tränen in den Augen vor lauter Berührt-sein
… Wind spüren
… ein stiller Sonnenaufgang
… Kraniche auf dem Feld
… Tanzen
… die Zartheit von fallendem Schnee
… den Schwalbenluftakrobaten zusehen
… nicht genug bekommen vom Aufs-Meer-schauen
… Frisches warmes Brot mit Butter
… Gänseblümchen auf der Wiese
… vor lauter „Glück am Leben zu sein“ nicht wissen, wohin mit sich
… Stille
… Gesang
… der Klang der Harfe
… der Frühling und alles Immer-wiederkehrende-hoffnungsvolle
… das Du und das Ich und das Wir.

Hmm. Die perfekte Kritikerin hält das für zu oberflächlich. Sie findet, dass sei zwar alles schön und gut, doch in Zeiten, wo mehr Menschen vor Not, Elend, Krieg, Hunger und Gewalt fliehen als jemals zu vor auf diesem Planeten, in solchen Zeiten über die Friedfertigkeit von Naturbegegnungen oder haltenden Händen zu schreiben, das kann wohl noch nicht alles sein. Da muss mehr kommen.

Ja, vielleicht hat sie Recht, die perfekte Kritikerin.

img_4352Und trotzdem: gerade in diesen Zeiten den Blick auch zu lenken auf alles Friedvolle, Wunderbare, Schöne, Kleine, Schützenswerte, was schon da ist. Vielleicht ist die Fähigkeit, das zu können, vielleicht ist diese Fähigkeit ein erstes Friedenssignal. Denn um diese Fähigkeit zu kultivieren, braucht es etwas hoffnungsvoll-vertrauendes. Wer Frieden in den kleinen, schützenswerten und zarten Dingen erkennt, der wechselt die Blickrichtung, kann warten und zulassen, kann liebevoll auch kleines wahrnehmen, halten und innehalten.

—- Schnitt. Nächster Anlauf, 3. Versuch. Dieses mal reflektierend. —-

Der perfekten Kritikerin begegnen. Mich selbst treffen tief in meinem innersten. Diesem gnadenlosen inneren Anteil furchtlos gegenüber treten, ihm die Arme zu öffnen, die Ohren und das Herz auch. Spüren, wirklich spüren. Und dann der perfekten Kritikerin zuhören. Auf diese Weise mich selbst annehmen mit all meinen Unzulänglichkeiten, meiner Ohnmacht, meinem Schmerz, meiner Verzweiflung, meiner Wut, meiner Trauer, meiner Verletztheit. Mit einfach allem. Meine eigene Not sehen. Erkennen, welche Gewalt ich mir selbst antue, wie ich mich verletzte, unter Druck setze, bedränge, manchmal sogar verachte. Und die gute Absicht der perfekten Kritikerin erkennen. Ihr mit Liebe und Zuwendung begegnen. Die gleiche Liebe und Zuwendung auch den eigenen verletzten und gedemütigten Anteilen geben. Sich selbst Halt geben, die Hand reichen. Sich annehmen, sich selbst lieben lernen. Das ganze weite, offene, annehmende Herz für sich selbst. Im Vertrauen darauf: ich bin genug, ich bin liebenswert, ich bin so gemeint, wie ich bin.

Die perfekte Kritikerin ist sprachlos. Zum ersten Mal weiß sie nichts mehr zu sagen. Sitzt da, staunend den Mund offen, sprachlos und dankbar für so viel Anteilnahme und Zuwendung.

Frieden schließen mit sich selbst.

—- Schnitt. Durchatmen. Ich bin auf dem Weg. Es ist ruhiger, stiller geworden. —-

Noch mehr Gedanken: wenn ich mich so annehme, wenn ich mir diese Art von Liebe schenke, dann ist da tatsächlich ganz viel Frieden. Innerer Frieden. Und auch wenn ich selbst den Frieden gesucht habe: schlussendlich hat doch der Frieden mich gefunden, nicht ich ihn. Als ich mein Herz öffnete und weitete, konnte er kommen, eintreten, Platz nehmen, da sein, mich ausfüllen.

Noch ein Gedanke: Frieden ist Liebe.

—- Schnitt. Die perfekte Kritikerin tritt ab. Noch mehr Durchatmen. Der Weg fühlt sich sanft an. Es wird noch ruhiger, auch zarter. —-

img_4118Eine Frage taucht auf: Was ist dann mit dem äußeren Frieden? Und dieser Gedanke kommt: wenn der innere Frieden in mich einströmt, Platz nimmt, mich ausfüllt, dann kann er auch wieder ausströmen, ins Außen treten, für andere sichtbar werden. Und wenn das dann vielen Menschen so geht, wenn es viele Menschen gleichzeitig so halten und so erleben, dann ist Frieden nichts anderes als zum Kollektiv gewordene Liebe. Eine wunderbare Vision, ein Traum den zu träumen sich lohnt.

—- Schnitt. Zur Ruhe kommen. Entspannen. Es ist friedlich geworden. —-

—— Pause ——

—- Schnitt. Die konkrete Macherin tritt auf. Reibt sich die Hände. Will was tun. —-

Ok, also los. Was konkret jetzt? Träumen reicht nicht. Die konkrete Macherin sagt so Sachen wie „Träume sind Schäume“, und „Jetzt mal los“. Ok, auch noch Empathie für die konkrete Macherin, kennen wir ja schon. Schnell erfahren: es geht ums Wirksam-sein, Beitragen, das-Leben-schöner-machen, Spuren hinterlassen wollen. Fühlt sich für sie sehr stimmig an, sie merkt, wie sie verstanden wird. Erinnere die konkrete Macherin an all die Dinge, die schon passiert sind, die ich schon gemacht habe, die noch auf dem Zettel stehen und getan werden wollen. Erinnere sie an „Gewaltfreiheit als Weg“, an Verschenkenprojekte, an Mediationen, Seminare, Coachings, Besuche, Briefe, Aktionen, an noch viel mehr. Die konkrete Macherin staunt mit offenem Mund und großen Augen. Ich kenne das schon: sie vergisst immer so schnell. Sie erinnert noch kurz an den Zettel mit den Dingen, die noch zu tun sind. Dann schaut sie stumm und lang aus dem Fenster, denkt an all das Elend da draußen und seufzt tief. Ich verstehe sie. Und sie versteht auch: keine Überforderung mehr. Die eigenen Kräfte überschätzen hilft niemandem. Frieden mit der eigenen Begrenztheit schließen. Ich bin auch nur ein Mensch. Und die anderen da draußen alle auch.

—- Schnitt. Alle ab. Es wird still. —-

Frieden ist kein Zustand. Frieden ist ein Weg.

Dieser Artikel wurde erstmals bereits in der „Empathischen Zeit“ Ausgabe 2/2016 veröffentlicht. 

Kalenderblatt – Frieden

Für alle diejenigen, die beim Verschenkenprojekt 2.0 mitgemacht haben und auf diese Weise den Bedürfniskalender erhalten haben, wird im Jahre 2016 jeweils am 1. des Monats die Anregung um sich mit dem jeweiligen Bedürfnis zu beschäftigen, veröffentlicht. Du kannst den Artikel für den jeweiligen Monat entweder über den angegebenen Link auf dem Kalender auswählen oder auch über den Blog.

Oktober – Frieden
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Die Anregung für den Oktober, der Monat in welchem der Friedensnobelpreis verliehen wird, ist eine Meditation zum Bedürfnis Frieden. Sie ist recht ähnlich zur Meditation im Februar, nur dass es damals um das Bedürfnis Liebe ging und jetzt um Frieden.

Es ist jetzt, wo ich viele Monate vor Oktober diesen Artikel schreibe, eine große Herausforderung, zum Thema Frieden zu schreiben. Die Welt und der Planet entwickelt sich in meinem Erleben gerade in die genau entgegengesetzte Richtung und der Gedanke „was wird dann erst im Oktober sein?“ ist präsent und lässt mich unsicher sein. Gleichwohl: gerade darum ist das Thema so wichtig, gerade darum möchte ich eine Übung anbieten, die bei sich selbst und dem eigenen Frieden beginnt.

Du kannst Diese Meditation allein oder mit einer PartnerIn machen. Wenn Du sie gemeinsam mit jemandem machst, habt ihr im Anschluss an die Meditation etwas Zeit, euch über Euer Erleben auszutauschen. Wenn Du sie allein machst, kannst Du Dein Erleben während der Meditation im Anschluss daran in ein Tagebuch schreiben. Du kannst die Meditation jeden Tag machen oder immer dann, wenn es für Dich passt.

Ablauf der Meditation

Suche Dir einen ruhigen Ort, wo du für 15 Minuten ganz ungestört sein kannst. Setze dich aufrecht hin auf ein Meditationskissen, ein Bänkchen oder einen Stuhl, wenn dir das lieber ist.

  • Nimm zwei tiefe Atemzüge
  • Nimm einfach eine Weile wahr, wie Atem in deinen Körper hineinströmt und wieder herausströmt. Atme in der Geschwindigkeit, die für dich passend ist
  • Beginne damit, deine Umgebung wahrzunehmen. Versuche jeden Geruch und jedes Geräusch wahrzunehmen, das da ist. Kannst du spüren, wie ein Luftzug deine Haut berührt? Was berühren gerade deine Hände und was deine Füße? Versuche alles wahrzunehmen, ohne es verändern zu wollen. Sei ganz einfach still und entspannt damit da.
  • Pause, halte inne
  • Nun richte Deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper. Gibt es Stellen in deinem Körper, die angespannt sind? Wenn das so ist, dann versuche, an diese Stellen hinein zu atmen, ohne etwas verändern zu wollen. Gibt es Stellen, die entspannt sind? Dann atme auch dort hinein.
  • Pause, halte inne
  • Nimm nun den Stuhl oder das Kissen wahr, auf dem du sitzt. Erlaube dir selbst, ganz entspannt in den Stuhl hinein zu sinken, ganz im Vertrauen darauf, dass das alles ist im Moment, was du brauchst. Du kannst alles andere loslassen, du bist vollständig gehalten und getragen in diesem Moment
  • Pause, halte inne
  • Nun richte Deine Aufmerksamkeit auf das Wort Frieden. Lade zunächst alle Gedanken, Worte, Assoziationen und alle anderen Informationen, die dir in Verbindung mit Frieden kommen, ein. Heiße sie willkommen und nimm sie ganz einfach nur wahr.
  • Pause, halte inne
  • Lade nun alle Erinnerungen an Personen, Situationen und Momente, in denen dein Bedürfnis nach Frieden voll und ganz erfüllt war, ein.
  • Pause, halte inne
  • Nun lass all diese Erinnerungen, Personen und Situationen, die in deinem Kopf gewesen sein können, ziehen.  Lass selbst das Wort Frieden ziehen und erlaube dir selbst, einfach nur mit der Energie von Frieden zu sein. Nimm wahr, wie sich diese Energie in deinem Körper anfühlt.
  • Pause, halte inne
  • Nun werde zu Frieden. Es kommt aus deinem Tiefsten und strahlt aus jeder Zelle deines Körpers
  • Pause, halte inne
  • Nun, indem du vorsichtig die Energie von Frieden hältst, komme zurück ins Bewusstsein und nehme deinen Körper wahr. Sei im Vertrauen, dass die Energie weiterhin aus dir ausstrahlt und nehme langsam deine Umgebung war, bringe deine Aufmerksamkeit ins hier&jetzt zurück. Nimm wahr, wie deine Energie sich verändert hat.

Wenn Du jemanden zum Teilen hast, könnt ihr nun nacheinander diese Fragen beantworten:

  • Wie geht es dir jetzt?
  • Welche Erfahrungen hast du gemacht, die du gern teilen möchtest?
  • Was bedeutet dies für dich?

Für den Fall, dass Du diese Meditation lieber angeleitet erleben möchtest, habe ich sie hier für Dich aufgenommen. Die Meditation wird eingerahmt zu Beginn und am Ende durch das Ertönen einer Klangschale.

Ich wünsche Dir einen friedvollen Oktober!

Kalenderblatt – Akzeptanz

Für alle diejenigen, die beim Verschenkenprojekt 2.0 mitgemacht haben und auf diese Weise den Bedürfniskalender erhalten haben, wird im Jahre 2016 jeweils am 1. des Monats die Anregung um sich mit dem jeweiligen Bedürfnis zu beschäftigen, veröffentlicht. Du kannst den Artikel für den jeweiligen Monat entweder über den angegebenen Link auf dem Kalender auswählen oder auch über den Blog.

09-akzeptanz

September – Akzeptanz

Akzeptanz war für mich lange ein herausforderndes Bedürfnis. Lange war es für mich etwas, was ich vorwiegend im Außen gesucht habe. Wo ich also extrinsisch eine Bedürfniserfüllung ersehnt habe. Nach und nach wurde mir klar, dass dieses Bedürfnis vor allem viel mit mir selbst zu tun hat und mit dem Thema Selbstakzeptanz. Zunächst ist das natürlich erstmal eine sehr schöne Erkenntnis. Doch ganz so einfach, wie man glaubt, ist es dann doch nicht. Der Satz „och, dann akzeptiere ich mich jetzt einfach mal so wie ich bin und finde mich toll und schon ist alles gut“ funktioniert eben nur im Kopf. Akzeptanz ist jedoch ein Herzensthema, es geht sehr viel tiefer. Und damit macht das Bedürfnis Akzeptanz noch mal ein riesiges Themenfass auf: es geht plötzlich um Selbstliebe, um sich-selbst-verzeihen, um das Annehmen der eigenen Grenzen und auch um die Akzeptanz und dem Aussöhnen mit der eigenen Begrenztheit.

Die Übung für diesen Monat hat etwas mit dem eigenen Aussöhnen und dem Annehmen von sich selbst zu tun und sie geht so:

  1. Überlege dir einmal eine Situation aus deinem Leben, von der du selbst sagst, dass es bei weitem nicht das Schönste war, was du je getan hast. Es kann eine Situation sein, wo du dir selbst Vorwürfe machst, wo du dich für irgend etwas verurteilst, wo du vielleicht so etwas wie Schuld oder Scham empfindest. Vielleicht ist es eine Situation, wo du von dir selbst sagst „hätte ich das doch bloß nie getan“. Solche Dinge sind Situationen, wo das Bedürfnis nach Akzeptanz nicht erfüllt ist.
  2. Schreibe die Situation kurz auf, mache Dir Notizen dazu: was genau hast Du getan? Was ist die Beobachtung?
  3. Forsche nun danach, welche Bedürfnisse in der Situation nicht erfüllt waren. Welche Bedürfnisse erkennst du jetzt, dass du sie damals nicht erfüllt hast? Schreibe sie alle auf. Hole dir ggf. Unterstützung von jemandem und bitte diese Person um Empathie dafür.
  4. In diesem Schritt versuche nun einmal zu erforschen, welche Bedürfnisse du dir damals erfüllt hast, als du das getan hast, was du getan hast. Vertraue darauf: du hast dir damals Bedürfnisse erfüllt. Es kann etwas schwierig sein, diesen Schritt ganz zu erforschen, hole Dir also ggf. noch etwas Empathie und Unterstützung von jemandem. Schreibe auch diese Bedürfnisse auf.
  5. Versuche Dich aus tiefstem Herzen mit all diesen Bedürfnissen zu verbinden, tauche etwas darin ein, nehme dir dazu Ruhe und Zeit.
  6. Versuche dir klar zu machen: als du damals so gehandelt hast, wie du gehandelt hast, hast du das Beste getan, was zu zur Verfügung hattest. Das, was du heute lernst und weißt, hast du damals noch nicht erkannt und gewusst. Jetzt lernst du. Wenn du damals das gewusst hättest, was du nun lernst, hättest du vermutlich anders gehandelt. Versuche dir diesen Sachverhalt wirklich klar zu machen, nehme ihn tief in dir auf.
  7. Überlege nun: was konkret willst du nun, hier und jetzt, tun, um das Gelernte zu manifestieren und/oder um die Bedürfnisse, die jetzt nicht erfüllt sind, mit einer anderen Strategie zu erfüllen?

Ich wünsche Dir einen schönen September!

Kalenderblatt – Lebendigkeit

Für alle diejenigen, die beim Verschenkenprojekt 2.0 mitgemacht haben und auf diese Weise den Bedürfniskalender erhalten haben, wird im Jahre 2016 jeweils am 1. des Monats die Anregung um sich mit dem jeweiligen Bedürfnis zu beschäftigen, veröffentlicht. Du kannst den Artikel für den jeweiligen Monat entweder über den angegebenen Link auf dem Kalender auswählen oder auch über den Blog.

08-lebendigkeitAugust – Lebendigkeit

Wann fühlst Du dich lebendig? In der Natur? In Kontakt mit anderen Menschen? Wenn du ganz intensiv mit dir verbunden bist? Wenn du lachst, tanzt, singst, weinst? Viele Menschen verwechseln Lebendigkeit mit „gut-gelaunt-sein“. Lebendigkeit meint jedoch vielmehr, intensiv mit dem Leben verbunden zu sein. Marshall Rosenberg, der Begründer der gewaltfreien Kommunikation hat mal gesagt „Es geht im Leben nicht darum, immer glücklich zu sein. Es geht darum, all unser Lachen zu lachen und all unser Weinen zu weinen.“ Für mich macht genau das die Lebendigkeit aus.

Ich lade Dich im August ein, jeden Tag genau in deine Lebendigkeit hinein zu spüren. Vielleicht hast du ja Lust, dir jeden Abend einmal diese Fragen zu stellen und deine Antworten aufzuschreiben für dich:

  • Wann habe ich mich heute lebendig gefühlt? Wann war ich ganz intensiv mit mir und dem Leben verbunden? Oft sind das genau die Momente, wo man ganz im Hier&Jetzt ist.
  • Wie fühle ich mich jetzt, wo ich mich an diesen Moment erinnere?
  • Welche Bedeutung hat es für mich?
  • Wenn es mir heute schwer fiel, mich wirklich lebendig zu fühlen: was möchte ich ändern, um mich lebendiger zu fühlen? Wie sieht der Schritt aus, den ich jetzt und heute noch gehen kann, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen?

Ich wünsche Dir einen lebendigen August!

Kalenderblatt – Erholung

Für alle diejenigen, die beim Verschenkenprojekt 2.0 mitgemacht haben und auf diese Weise den Bedürfniskalender erhalten haben, wird im Jahre 2016 jeweils am 1. des Monats die Anregung um sich mit dem jeweiligen Bedürfnis zu beschäftigen, veröffentlicht. Du kannst den Artikel für den jeweiligen Monat entweder über den angegebenen Link auf dem Kalender auswählen oder auch über den Blog.

07-erholungJuli – Erholung

Sommerzeit, Urlaubszeit!

Versuche einmal diesen Monat lang jeden Tag etwas zu tun, was Du zu Deiner Erholung machst! Entscheide Dich bewusst! Vielleicht hast du auch Lust auf ein kleines Spiel mit dir selbst: Gelingt es dir, jeden Tag etwas neues zu finden, was du an den anderen Tagen im Juli noch nicht gemacht hast, um dich zu erholen? Vielleicht hast du ja Lust, deine Ideen aufzuschreiben, für den Fall, dass Du irgendwann einmal etwas Abwechslung brauchst bei der Art, wie du dich erholst!

Sei kreativ! Sei spontan! Sei bewusst! Genieße das Leben!

Ich wünsche Dir einen erholsamen Juli.

Kalenderblatt – Ehrlichkeit

Für alle diejenigen, die beim Verschenkenprojekt 2.0 mitgemacht haben und auf diese Weise den Bedürfniskalender erhalten haben, wird im Jahre 2016 jeweils am 1. des Monats die Anregung um sich mit dem jeweiligen Bedürfnis zu beschäftigen, veröffentlicht. Du kannst den Artikel für den jeweiligen Monat entweder über den angegebenen Link auf dem Kalender auswählen oder auch über den Blog.

06-ehrlichkeitJuni – Ehrlichkeit

Ehrlichkeit in der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) meint, aufrichtig zu sagen, wie es einem selbst gerade geht und welche Bedürfnisse damit in Zusammenhang stehen, welche Bedürfnisse also gerade erfüllt und nicht erfüllt sind. Es geht bei der Ehrlichkeit darum, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, ganz damit da zu sein, was man braucht und dafür zu sorgen, dass man es bekommt.

Ich lade dich im Juni dazu ein, dir jeden Abend einmal diese Fragen zu stellen. Du kannst sie gern für dich in einem Tagebuch beantworten.

  • Wann bist du heute ehrlich gewesen? Wann hast du also ganz klar gesagt, wie es dir in dem Augenblick ging und welche deiner Bedürfnisse erfüllt und welche nicht erfüllt waren?
  • Mit welcher Bitte hast du deine Ehrlichkeit abgeschlossen? Mit einer Bitte um Empathie? Mit einer um Ehrlichkeit? Mit einer Handlungsbitte?
  • Was ist passiert, als du es getan hast?
  • Wenn es dir schwer fiel ehrlich zu sein: welches Bedürfnis hast du dir damit erfüllt, indem du nicht ehrlich warst? Welches nicht? Was möchtest du ändern?

Eine, wie ich finde, immer wieder schöne Möglichkeit ehrlich zu sein, ist es, wertschätzendes Feedback auszudrücken. Ich mache das immer wieder und es ist schön zu erleben, wie Menschen darauf reagieren. Wie ich das tue? Ich sage jemand anderem, wie es mir geht mit dem, was diese Person getan hat und ich sage, welche meiner Bedürfnisse dadurch erfüllt waren, wie es also mein Leben bereichert hat. Vielleicht hast Du ja Lust, das auch einmal auszuprobieren?

Ich wünsche Dir einen zauberhaften Juni!